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Geduld ist alles! Warum die wichtigsten Dinge Zeit brauchen

  • Autorenbild: Barbara Bretschneider
    Barbara Bretschneider
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Stunden

Geduld… ist nicht gerade meine Stärke.

Ich entdeckte dazu zwei bewegende Zitate, die mich zu diesem Blog inspiriert haben.


"Aber Geduld ist schwer. Geduld ist für den Geist das Schwerste. Es ist das Schwerste und das Einzige, was zu lernen sich lohnt. Alle Natur, alles Wachstum, aller Friede, alles Gedeihen und Schöne in der Welt beruht auf Geduld, braucht Zeit, braucht Stille, braucht Vertrauen, braucht den Glauben an langfristige Dinge und Prozesse von viel längerer Dauer als ein einzelnes Leben dauert, Glauben an Zusammenhänge und Dinge, die keiner Einsicht eines Einzelnen zugänglich sind."

Geduldig reifen wie der Baum
Geduldig reifen wie der Baum

Diese Zeilen verfasste Hermann Hesse in seinem Tagebuch 1920/1921 als er mit dem Schreiben an dem Buch „Siddharta“ für 1,5 Jahre ins Stocken geriet. Dem Werk, das später zu einem seiner erfolgreichsten wurde.


Und Rainer Maria Rilke schrieb in einem seiner „Briefe an einen jungen Dichter“, 1903:

„Lassen Sie den Dingen ihre eigene stille, ungestörte Entwicklung, die, wie jeder Fortschritt, tief aus dem Innen kommen muss und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann. Alles ist austragen und dann gebären. (…)

Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht ohne Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte. Er kommt doch, Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos still und weit. Ich lerne es täglich, lerne es unter Schmerzen, denen ich dankbar bin. Geduld ist alles! (…)

Ich möchte Sie, so gut ich kann bitten, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und versuchen, die Fragen selbst lieb zu haben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.  Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben können.  Es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antwort hinein.“


Ich finde diese Worte großartig, eigentlich bezaubernd - so viel Weisheit.


Das Nicht-Tun aushalten. Die Dinge reifen lassen


Wir leben in einer Welt, in der alles schnell gehen soll: Antworten, Erfolge, Veränderungen. Ein Drang nach sofortigen Ergebnissen. Je mehr ich jedoch darüber nachdenke desto mehr begreife ich: Die wirklich wichtigen Dinge im Leben brauchen Zeit.

Wachstum. Vertrauen. Heilung. Entwicklung.

All das lässt sich eben nicht erzwingen. Auch dieser Gedanke begleitet mich dabei: „Geduld ist die Fähigkeit, auch das Nicht-Tun aushalten zu können.“

Und manches wächst doch gerade dann, wenn wir aufhören zu ziehen.


Vielleicht ist genau das die eigentliche Herausforderung: Nicht ständig zu handeln, zu entscheiden, zu optimieren, zu kontrollieren – sondern zu erkennen, dass Dinge reifen dürfen. Dass wir sie sein lassen (dürfen).


  • Geduld kann man üben.

  • Geduld bedeutet nicht Stillstand oder passives Warten, sondern Vertrauen und Hingabe.

  • Geduld ist eine Übung in Demut: Die Anerkennung, dass wir Teil von Prozessen sind, die über unseren Verstand hinausgehen. 


Wendepunkte im Leben

Ganz oft höre ich von meinen Klienten schon bei unserem ersten Treffen, dass ihnen Geduld fehle...

Und gerade an Wendepunkten im Leben wird der Wert des Reifenlassens besonders spürbar. Wenn Altes nicht mehr trägt und Neues noch keine klare Gestalt hat, entsteht ein Raum voller Fragen – und darin liegt die große Chance, neue Klarheit zu entdecken. Ich begleite Menschen an genau solchen Punkten, in einem geschützten Rahmen, in dem sie zur Ruhe kommen, sich sammeln und auch ihrer inneren Stimme wieder näher kommen können.

Mehr dazu unter: barbara-bretschneider.de.


Ich empfehle zu diesem Thema auch folgende Blogs von mir:


... die oben erwähnten Zitate von Hesse und Rilke habe ich mir vor einer Weile an meine Wand gehängt. Immer wenn mein Blick einer der Zettelchen streift, erinnere ich mich daran... Geduld zu üben.






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